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Maurits
Cornelis
Escher

 

Hier soll es mal bevorzugt um den obengenannten Herrn gehn. Er ist immerhin nicht so bekannt, wie viele andere Maler, hat aber dennoch ein großes "Fandom", wie man heute sagen würde. Außerhalb dessen kennen die Leute, wenn überhaupt, allenfalls seine "unmöglichen Bilder", wie Belvedere u.a.
 
Schon weniger bekannt ist, daß er ein hervorragender Grafiker war, der bis etwa 1935 viele Landschaften und einige Portraits geschaffen hat, die sich durch große Akkuratesse auszeichnen. Doch auch hier ist oft schon ein Experimentieren mit ungewöhnlichen Mitteln zu sehen, wie z.B. ein Bild aus kleinen Kreuzchen geformt oder eines aus Punkten.
 
Erstaunlicherweise hat er in seinen Schul- und Studienzeiten eher Mittelmäßiges gezeigt. Dennoch hatten einige seiner Lehrer die Überzeugung "da steckt was drin". Soweit in aller Kürze zu Escher's Leben. Wen da mehr interessiert, der findet auch leicht mehr im Netz.
 

Bevor es weitergeht, noch ein paar Gedanken zum Thema "unmögliche Perspektiven". Jeder hat ja auch schon mal Bilder aus dem Mittelalter gesehen. Und sich sehr gewundert, wie, sagen wir mal, "unbekümmert" die Maler damals mit der Perspektive umgingen. Nun ja, es mag auch damals mehr oder weniger gute Maler gegeben haben. Aber mit "die konnten es eben noch nicht besser" ist da nicht alles erklärt. Es war einfach eine andere Betrachtungsweise vorherrschend. Und die war: "Was wichtig ist, wird groß oder auffallend gemalt, was unbedeutend oder gar niedrig, das eben nicht". Und da hatte sehr oft die Obrigkeit (Witzigerweise gibts auch heutzutage noch Versuche in ähnlicher
Richtung. Ich darf nur an das Kohl-Wahlplakat erinnern...
ein Wörtchen mitzureden. Beispiele wären da diverse Darstellungen des Abendmahls, Königstreffen etc. Ein Beispiel für eine frühe Anwendung einer "unmöglichen Figur" ist die zeichnerische Verschiebung eines störenden Pfeilers in "Die Verkündung des Engels Gabriel an Maria" (1502, Grote Kerk, Breda). Auch die "Carzeri" von Piranese (1760) enthalten solche Konstrukte.
 
Zurück zu Escher - genauer gesagt zum Beginn mit Escher...
 
 

 
Auch Escher hat, wie es viele Maler schon immer taten, Italien bereist. Das Bild "Castrovalva" war dabei so etwas wie ein Durchbruch.


 
Im Bild "Petersdom" zeigen sich schon Ansätze seines Faibles für betont exakte, figürliche Darstellung


 
Welch hervorragender Grafiker er war, zeigt sich auch im Bild seines Vaters.....


 
.....und in "Selbstbildnis in spiegelnder Kugel". Wer selbst malt, wird wissen, was es für Nerven kostet, so etwas hinreichend "echt aussehend" hinzubekommen.


 
Ein letztes Beispiel für seine grafischen Arbeiten.


 
Später wandte er sich dann den "Durchdringungen" zu.


 
Stark beeinflußt hat ihn auch immer wieder die Ornamentik in der Alhambra.


 
Eins seiner aufwendigsten Werke dieser Zeit. Das Bild kann leider nicht zeigen, wie genau die Wiederholungen bis zum Rand hin zu verfolgen sind.


Kommen wir nun zum, wie schon gesagt, bekannteren Teil seines Schaffens - den "unmöglichen Perspektiven und Figuren". Wobei unter Figuren hier Strukturen zu verstehen sind, die man zwar zweidimensional zeichnen kann, aber nicht dreidimensional aufbauen.

 
Allerdings ist der Herr Escher nicht der "Erfinder" dieser Figuren.
 
Die erste gezielte Estellung einer unmöglichen Figur stammt aus dem Jahr 1934 und ist von Oscar Reutersvärd.
 
Sehr viele Arbeiten von anderen Künstlern in diesem Bereich basieren auf Kombinationen, Erweiterungen und Interpolationen dieser einfachen Struktur.


 
M. C. Escher ist jedoch einer der bekanntesten davon geworden, weil er es in hervorragender Weise verstand, diese Dinge mit Leben und Details zu kombinieren.


 
Zu vielen seiner Bilder hat er Skizzen gemacht, die an technische Zeichnungen erinnern.


 
Deshalb gibt es in seinen Bildern sehr viel zu entdecken. So macht es Vergnügen, festzustellen, daß immer dort wo der Blick verweilt, alles "in Ordnung" ist. Aber wenn man dann wieder das Bild im Ganzen betrachtet.................


Ich möchte noch anmerken, daß ich hiermit keinen Anspruch auf Vollständigkeit der Beschreibung oder wissenschaftlicher Durchdringung des Werkes von M. C. Escher erhebe.
 
Wer sich an mehr Bildern erfreuen möchte: "The Graphic Work Of M.C. Escher" (Ballantine Books, New York 1971)
Wer auch an Details und am Entstehen vieler Bilder (siehe Skizze) interessiert ist : "Der Zauberspiegel des M.C. Escher" von Bruno Ernst (TACO 1986)
Wer sich darüberhinaus für "unmögliche Figuren" interessiert : "Abenteuer mit unmöglichen Figuren" von Bruno Ernst (TACO 1987)
Ansonsten sollte die solideste Quelle die Escher-Foundation sein.
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