Futown, den 42.10.2092
Sehr geehrtes Fräulein Charlotte,
durch bedauerlich redundanzübergreifende Interpretationsfehler des diensthabenden
Historikrechners H-R3D3 ist uns bei der Beschaffung von Zeitdokumenten des Jahres 1904 der
nachstehende an Sie gerichtete "Brief" eines gewissen C. in unseren Temporaltransmitter
geraten. Dieses wurde erst bemerkt, als der o.g. erstaunlich wenig sachliche Fakten
enthaltende "Brief" mit großem Aufwand an Zusatzver-netzung und Rechnerzeit bereits in eine
maschinenlesbare Sprache umgewandelt war. Deshalb hat es etwas länger gedauert, den o.g. "Brief"
in der Urform zu rekonstruieren.
Wenig hilfreich war dabei die außergewöhnlich merkwürdige Ausdrucksweise des o.g. Verfassers
C. In der Annahme, daß Sie eine umfangreiche Spezialausbildung zur Dechiffrierung von
derartigen Kuriosa vermittelt bekamen, ist versucht worden, den Originalzustand weitestgehend
wiederherzustellen. Sie müssen allerdings akzeptieren, daß die Möglichkeit, Ihnen die exakt
sachbezogene Maschinensprache zukommen zu lassen, hiermit nicht mehr besteht.
Wir erlauben uns hiermit, Ihnen nachstehend den rekonstruierten "Brief" zuzueignen.
Es dankt für Ihr Verständnis
HMPFKNISTR457
Reklamationsabteilungshilfsrechner
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Temporäres Zeitdokument "Brief C.- 19O4" / Kostenträger H-R3D3
Ach, Du wunderbare Frau !
Wie ein Blitz in den Baum bist Du in mich gefahren. Hast mir
die Rinde aufgerissen, wie es ein Blitz zu tun pflegt mitunter,
bis in die Wurzeln. Und ist dennoch nicht zu schelten, ein
Blitz, derhalben. Vollbringt auch anderweitig Mannigfaltiges,
was Wenigen bekannt und Vielen nützlich.
Ist letztlich mein Tun gewesen, mich hervorzuwagen aus der
Ballung der Bäume, ahnend tief drinnen, daß ein Baum nicht
gehen soll vom Ort, wohin er gesetzt, zu einem Ort, wo Blitze sind.
Ist aber da die Sehnsucht...
Ahnte also auch, da müsse mehr sein denn eine Häufung von
grauem Grün, Sicherheit gebend, so man die gleiche Farbe
annimmt und
___ checksum 6A11 - 42C3 status: accurate ________________________
Anmerkung 1.1. : Wir weisen darauf hin, daß ursprünglich trotz der
korrekten Zwischenkontrollsumme zu Bedenken Anlaß bestand, diesen
vorstehenden Abschnitt freizuschalten. Nachdem vergeblich versucht
wurde, die hier beschriebenen , wissenschaftlich nicht gesicherten
Ortsveränderungs- und Farbaktivitäten pflanzlicher Spezies mit auf
anderen Planeten bekannt gewordenen Erscheinungen in Annäherung zu
bringen, haben wir uns letzthin jedoch entschlossen, Ihnen weitere
Überprüfungen anheim zu stellen.
pflichtgemäß Glück dabei zeigt, wie auch immer. Und ahnte letztlich
gleichermaßen, daß es nicht recht, zu binden ein Wesen wie Dich,
wenn auch nur lose und nicht lange Zeit.
Bin aber nun getroffen, stehe da, beschädigt und dennoch beschenkt,
noch bebend ob der Erschütterung, schon spürend Verlust,
der ertragen sein muß.
Ungenügend ist aber weiterhin der Vergleich mit dem Blitz, denn
unvergleichlich bist Du.
Und ist derhalben das Glück unseres Zusammenseins in mir und
wird bleiben, und ist Sehnsucht in mir und wird bleiben und ist
wohl nicht anders möglich so. Muß nun halt sehen, wie ich meine
Rinde wieder schließe, ohne daß Unliebsames eindringt bei der
Zeit, und mit geziemend ansehnlichem Ergebnis. Haben andere
Bäume auch tun müssen und getan, so sie Ähnliches wagten,
wie man
___ checksum F84E - 1O11 status: accurate _______________________
Anmerkung 1.2. : Willentliche Aktivitäten pflanzlicher Spezies in
Hinsicht epidermaler Effekte bisher nur auf Planet Wega 15 beob-
achtet. Kein terranischer Import bekannt.
oft schon vernehmen konnte, und meist ohne Klagen, so daß mir
wohl anstehen sollte, ebenso zu tun.
Dankbar wollen wir sein den Göttern, die uns erkennen ließen im
Einklang der Seelen, was zu tun bleibt für uns, daß nicht Glück
sich wandelt in Schaden.
So laß uns tun denn das Eine und auch Weiteres, im Nämlichen,
zu sehen, ob da nicht Pflichten wären am Ort unserer Herkunft.
Pflichten, die wir, wenn auch nicht versäumt, so doch geringer
achteten denn unser Glück. Die uns, und neu zu Findende dazu,
vergessen helfen könnten. Ist aber ungewiß, das Letztgenannte.
Laß mich ein letztes Mal sagen die Worte, die ich oft gesagt,
und ebenso Du: Ich liebe Dich!
Laß uns nun begegnen hin und wieder, aber nicht so oft,
ein wenig kühler, aber nicht kalt.
Laß uns gut sein einander weiterhin.
Dein Cornelius
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checksum BC34 - 7FF3 status: accurate
▲TOP
Biologie ungenügend
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Daran erinnere ich mich ganz deutlich: Biologie war in der Schule nicht meine Stärke.
Ich weiß noch, daß es da tolle Bilder gab in den Büchern. Da hätte Interesse an Bio
entstehen können. Aber verlangt wurde nicht Bewundern, sondern Wissen um Diaphragmen,
Zellkerne, Arten und Klassen in quälender Präzision. Spaß am Lernen hat das nicht gebracht.
So bin ich halt jetzt nicht in der Lage, zu bestimmen, was da gerade für ein Wurm sich
an meinen Rippen zu schaffen macht. Wohlgemerkt, ohne Furcht vor den Ameisen zu haben
wie andere. Na vielleicht erkenne ich da im Lauf der Zeit Zusammenhänge. Könnte ganz
interessant sein. Die Ameisen dagegen scheinen doch nicht so viel Stoff zum Nachdenken
herzugeben, wie immer behauptet wird. Freilich bin ich ihnen irgendwie dankbar. Immerhin
haben sie sehr sauber gearbeitet. Das ja. Doch eben ohne überraschende Erkenntnisse.
Bei den Regenwürmern, diesen lustigen Burschen, gibts dagegen immer wieder mal was Neues.
Wie würden die Experten staunen, daß die miteinander reden können! Ja natürlich nicht
labern, wie unsereins damals. Aber wenn zwei sich näher als einen halben Meter kommen und
sich etwa parallel zueinander ausrichten, bildet sich da sowas wie eine Antennenwirkung
aus. Und los gehts. Auch unter der Erde! Hat mit Funk natürlich nichts zu tun, logisch.
Verstehen kann ich da nichts, ist ja klar, aber in meiner Aura empfange ich die Schwingungen.
In Chemie hatten wir übrigens damals einen Lehrer, der war nun das ganze Gegenteil vom
Biopauker. Der hat uns zeigen können, wo es Zusammenhänge gab, an denen man sich von einem
Punkt zum Anderen hangeln konnte, ohne abzustürzen. Da hat man auch Freude empfinden können,
wie Details zusammenpassen und ein Gesamtbild ergeben. Und man hat Schönheit erkannt, wo
andere Leute entsetzt die Luft zerwedelten. Deshalb bin ich ja dann Lehrling in der Chemie
geworden.
Das war dann schon sehr hilfreich bei meinen Experimenten. Und Physik mochte ich ja auch
schon immer. Freilich mehr die elektrische Seite als die mechanische. Die war natürlich
brauchbarer in Kombination mit der Chemie. Dadurch konnte ich in den alten Büchern doch
Etliches heraus-lesen und mit Sinn erfüllen. Ich staune heute noch, daß solche irren
Schinken in unserer Werksbibliothek damals herumstanden. Durch welche ulkigen Zufälle
mögen die wohl dahin gekommen sein. Jedenfalls sind sie nicht in irgendwelchen staubigen
Museumsecken gelandet. Gut für mich. Ein sauber gefeilter Nachschlüssel und schwupp.
An solches Zeug wie Vorbestimmung oder Schicksal glaube ich ja nicht. Da waren halt die
Bücher, da war ich, lesen konnt ich, kombinieren auch. Klar, fix und fertig stand da das
Rezept für die Auratrennung nicht, da hab ich 'ne Menge Buchstaben fressen müssen, um das
zu erkennen. Zauberbücher gibts nur im Märchen. Wie schön, daß ich in der Lehre dann das
Praktische lernen konnte, das man halt braucht, um was zusammen-zurühren und mit welchen
Geräten und Werkzeugen. Schon irgendwie lustig.
Wenn ich so zurückdenke, muß ich doch zugeben, daß es mich echt überrascht hatte, daß mit
reiner Chemie und etwas Strom die Sache klappen soll. Aber schon beim ersten Versuch - das
hätt ich nicht gedacht! Ich wollte ja erstmal nur so ein ein paar Stunden rumgeistern,
während der Rest von mir schläft. Aber nix - "Pardautz, da fiel die Lampe um", wie der
olle Wilhelm Busch sagte. Nur daß ich die Lampe war.
Na schön, nun hocke ich halt hier. Nee, hocken ist Quatsch. Ist einfach so, daß man
tagsüber aus purer Gewohnheit dahin schwirrt, wo die Knochen liegen. Oder aus Faulheit,
sich umzugewöhnen. Erstaunlich, was man noch so mitschleift an alten Gewohnheiten. Geht
den anderen hier genauso. Gibt oft ziemliches Gelächter, wenn wir von "alten Zeiten"
reden. Was einem aber auch alles wichtig war zu Lebzeiten und was man sich als wichtig
einreden ließ, nee aber auch! Und von was für Typen!
Ist leider nie allzulange Zeit, zu quatschen. Die Nacht ist kurz und wir haben zu tun.
Aber es soll wohl bald geschafft sein. Dann ist der Große Kristall fertig, mit dem wir
die Sonne ausschalten können. Da brauch man sich tags nicht mehr verkriechen. Na, mal
sehn. Auf ein Jahrhundert mehr oder weniger kommts nicht an. Wichtig ist nur, daß wir
dann die Anderen mit einem Schlag zu uns holen können. Die denken ja jetzt noch, sie wären
lebendig. Ha - daß ich nicht kichere! Die werden sich wundern...
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Es war alles ganz anders
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"Bist Du verrückt, Du Kümmerling, wir sollen unsere kostbaren Wärmesteine denen auch noch
direkt in die Greifarme rollen..."
"Stop, Regratr, mäßigen Sie Sich! Und erläutern Sie noch genauer, Ngotr, was Sie Ihrem Nexohirn
auszubrüten gestattet haben."
Das war es, was Zerdrohungskoordinator Ubantr dazu verholfen hatte, länger als andere vor ihm
dieses Amt innezuhaben: Die Fähigkeit, durch ein Wortwerkzeug wie -noch genauer- den beiden
Streitenden ihre (schnellstens zu korrigierende) Unzulänglichkeit zu zeigen. Regratr wußte nun
trotz seines relativ hohen Ranges, daß er Brüllen erst auf Anweisung durfte. Und als Schutz
vor Entlarvung mangelhafter Arbeit des Ersthirns schon gar nicht. Ngotr, der als ein typischer
Laborbewohner freilich nicht die stattliche Länge von 15 Schritten wie Regratr erreichte, war
auf die Erde derer, die ihn beköstigten, zurückgeholt. Er gestattete seinem Zweithirn mit
dem vorletzten Stachelpaar ein -Siehst Du wohl- zu vibrieren und begann nochmals:
"Wie ich schon sagte, ist mein Nexohirn in letzter Zeit durch die ständigen Angriffe der
Brourhorde unzureichend zum Gedankenbrüten gekommen. Sehr häufig mußte ich es unterbrechen
und mit lästigen praktischen Problemen der Zerdrohungsdurchführung behelligen. Da aber nun
seit achtzig Kleinmond-Umläufen Begattungszeit ist, hat natürlich jetzt die übliche Zerdrohruhe
eingesetzt. Gestern hat deshalb mein Nexohirn endlich wieder zwei hinreichend sorgfältig
ausgebrütete Gedanken im Ersthirn angemeldet.
Der erste besagt, daß die vor fünfzigtausend Großmonden eingeführte Praxis des Kurzschließens
von Erst- und Zweithirn bei den Pflanzenverdauenden zwecks Zerdrohungsverschärfung zu
verlustreich für uns selbst wird..."
Durch ein knapp gebelltes "Warum?" wurde Ngotr unterbrochen und gleichzeitig daran erinnert,
daß -noch genauer- wohl doch nicht das Gleiche wie -noch weitläufiger- ist.
"Nun ja, erste Analysen zeigen, daß tatsächlich die merkwürdigen Nordlandgewächse immer
schwerer zu beschaffen sind. Die Verluste in den Reihen unserer Beschaffer steigen an, zum
Beispiel durch den länger notwendigen Aufenthalt in Gegenden..."
"Klar, weiter!". Der Tonfall Ubantrs ließ wiederum Wohlklang vermissen.
"Die Gewächse, besser gesagt ihr Duft schaltet wie bekannt die Pflanzenrupfer von Fressen
und Zertrampeln auf Nur Zertrampeln. Bei richtiger Anwendung ist dabei die Richtung auf den
Feind gesichert. Jetzt, nach circa fünfzigtausend Großmonden entwickeln die Grünzeugfresser
eine Art Unverschämtheit, indem sie schon nach unzureichender Strecke einfach stehen bleiben
und nochmals Duft verlangen. Da man sichergehen muß, daß die zweite Trampelstrecke dann weit
genug ist, hat man kräftig nachzulegen. Was leider meist dazu führt, daß die davonrasende
Fleischversorgung nach getaner Arbeit in Gegenden gerät, wo sie uns entzogen ist und meist sogar
dem Feind zugute kommt. Und der Mehreinsatz von Nordgewächs fordert wiederum noch mehr Opfer
an Beschaffern. Es wäre interessant, zu erforschen, ob sich da eine Form von
Gedankenbrütfähigkeit entwickelt oder ob die Gewächse..."
"Das hat Zeit! Regratr!!"
Regratr verstand den Unterschied zwischen Modulation und grob durchgeschüttelter Luft.
"Jawohl, Ubantr, es wird genauestens untersucht, ob da etwas dran ist". Ein Blick Regratrs
in Richtung Ngotr ließ diesen ahnen, was wäre, wenn nicht.
"Ngotr, der zweite Gedanke!"
"Durch den ständigen Umgang mit zerdrohungsbezogenen Problemen hatte mein Nexohirn offensichtlich
auch viele geografische Daten gespeichert, die zum erwähnten zweiten Gedanken führten. Da die
Gedankenübergabe von Nexo- zu Ersthirn im Wesentlichen bildhaft vonstatten geht, hatte ich
anfangs allerdings Ausdeutungsprobleme. Zeigte sich doch das, was wir mit den Pflanzenrupfern
durchführen, nämlich das Hineinbewegen von großen Massen in das Basislager des Feindes, in
einem lächerlich verkleinertem Maßstab. Statt Fleischbergen von 40 Schritten Länge wurden, nun
ja, Dingerchen von ca. einem halben Schritt bewegt. Erst durch Interpretation des angedeuteten
Scheines um jedes Ding..."
Ein zufälliger Blick in das Gesicht von Ubantr bewahrte Ngotr davor, mittels eines homogenen
Gemisches aus Gebrüll und Steinen zu sachlich kurzer Sprechweise ermahnt zu werden.
"...äh, also es geht darum, eine immerhin sehr große Menge unseres Vorrats an Wärmesteinen an
passender Stelle über dem Lager des Feindes so genau abzulegen, daß ein Stoß zur geeigneten Zeit
sie in dessen Richtung ins Rollen bringt. Wichtig ist dabei, daß sie alle an einer bestimmten
Stelle zusammen ankommen. Nämlich dort, wo von den unfähigen Wissenschaftlern dieser Horde
bisher unbemerkt, im Felsigen eine natürliche Vorratsstätte von Wärmesteinen existiert,
größer als die unsere. Zufällig in einer Anordnung, die sicher ist und eine sehr geringe,
aber konstante Wärmemenge erzeugt, was den Tölpeln offenbar genügt. Die Qualität der Steine
ist besser als die der unseren, wie unter Gefahren beschaffte Exemplare zeigen. Zum Beispiel
enthalten sie im pech-schwarzen Material vielmehr glänzende Äderchen. Diese könnten für die
bei unseren Testreihen sichtbar gewordene wesentlich höhere Effektivität verantwortlich
sein, was es wünschenswert erscheinen ließe, daß wir erst noch einige Untersuchungen..."
Eine wirklich nur der Bequemlichkeit dienende Muskelbewegung Ubantrs wurde von Ngotr falsch
ausgelegt, was zu einer für die Zukunft der Region ziemlich unvorteilhaften Straffung des
Vortrags führte.
"Also kurzum, die schlagartig einsetzende Zerdrohung des Feindes durch übermäßige plötzliche
Wärmezufuhr sollte die Probleme mit der Brourhorde auf ein erträgliches Maß herabmildern. Ein
oder zwei Punkte müssen durch unsere Logistikabteilung noch gelöst werden. Zum Beispiel müssen
weitere Freiwillige für die Transportarbeiten gewonnen werden.
Sie müssen die gleichen Kenntnisse über den Umgang mit den Wärmesteinen haben wie unsere
Steinheizer. Insbesondere darüber, wie weit die einzelnen Steine mindestens voneinander
entfernt sein müssen, ohne den Nähegeist zu aktivieren. Und daß immer dafür gesorgt sein
muß, daß versehentlich zu weit angenäherte Steine beim Schmelzen auseinanderfließen anstatt
zusammen. Und anderes Nützliches über die bremsende Noterde. Unsere Art verträgt ja eine ganze Menge
an Ausdünstungen des Nähegeistes, aber bei Sorglosigkeit müßten auch den Freiwilligen
das Zeugen von Nachwuchs verboten werden. Und schon garnicht wollen wir ein plötzliches Verschwinden
wie das der Ndrgathorde, was zwar aus der Entfernung sehr hübsch aussah, aber leider auch zu
Konfusion und Dezimierung der Fleischberge führte..."
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"Wir wollen den Orbit vorerst nicht näher als einen Radius an den Planeten heranlegen, zumal ja
dieser winzige Bruder des großen Mondes dicht um ihn herumflattert. Für die Sensoren sollte das
reichen."
Trotz des nachdenklichen Tons, in dem die Worte gesprochen wurden, wußte der Sensoriker, daß
die Kommandantin jetzt etwas von ihm hören wollte.
"Die von der Optik gezeigte Anordnung von Wasser und Festland stimmen fast vollkommen mit den
Ergebnissen der Sensorik überein. Damit gehört dieser Planet zu den eher seltenen Exemplaren
im All. Den Allgemeinzustand möchte ich als jung und unverbraucht bezeichnen. Anzeichen von
höherentwickeltem Leben im Sinne von aktiver Intelligenz gibt es nicht. Passive Intelligenz
wie z.B. auf Illaga 4 wurde ebenfalls keine festgestellt. Ein wenig seltsam im Bereich der
Lebewesen ist, daß einige Arten eine erstaunliche, unseren Erkenntnissen widersprechende
Größe haben. Trotzdem sie zum Teil sogar zwei räumlich getrennte Separathirne aufweisen, können
sie jedoch nicht als Superintelligenzen bezeichnet werden. Für die Biosensoren müßte die
Entfernung zur Oberfläche jedoch später etwas verringert werden, zwecks genauerer Aussagen.
Der Gehalt an Rohstoffen ist nicht übermäßig hoch. Mit einer vernünftigen Bewirtschaftung
könnte er ca. viertausend Jahre ausreichen, wenn der Vorrat nicht zusätzlich mit Materieerzeugern
gestreckt wird, was dann allerdings wieder zu den bekannten Problemen führen würde. Für eine
Besiedlung ist der Planet geeignet, rangiert jedoch nicht unter bevorzugt. Einzige Besonderheit:
Es gibt auch hier..."
Ein greller Blitz auf den Bildschirmen ließ die Besonderheit zur Unwichtigkeit werden. Auf
der Oberfläche des Planeten entstand ein baumähnliches Gebilde aus rotgelben und schwarzen
Wirbeln. Und aus der Art, wie es wuchs, war zu ersehen, daß es noch lange wachsen würde.
Dennoch hatte das Schiffshirn den ausgelösten Alarm schnell wieder abgebrochen. Die Belastung
durch eine kleine seitliche Lagekorrektur lag weit unter dem, was die Neutralisatoren schon
oft leisten mußten.
"Ich nehme an, Sie müssen jetzt sagen -es gab hier-"
Der Sensoriker drehte zustimmend die Fühler um ein Weniges, was jedoch der erwarteten
richtigen Schlußfolgerung der Kommandantin galt und nicht dem Fakt. Der bedurfte einer
Korrektur.
"Nicht ganz. Selten, doch nicht allzu selten fanden wir ja Planeten, auf denen eine fast
punktförmige Konzentration von Schwermetallerzen der Göttlichen Reihe lagerte. Hier jedoch
waren..."
Ein Blick auf den Schirm zeigte das noch andauernde Wachstum der Wirbel und ließ ihn kurz
frösteln. Wußte er doch, welch hoher Anteil von Göttlicher Strafe in den Wirbeln vorhanden
war. Er verdrängte das Wort -waren- aus seinen Gedanken und fuhr fort:
"...es gleich drei davon, von einem weiteren verwaschenen Fleck abgesehen. Ein mittelgroßer,
stabil strahlender Punkt ist immernoch auf der großen unteren Landmasse zu messen. Dann waren
da aber noch zwei nahe beieinander liegende Punkte auf der großen Insel in der oberen
Wassermasse. Der eine davon geradezu enorm reichhaltig, sehr tief in das Innere reichend,
jedoch normal konzentriert und demgemäß mit schwacher, konstanter Strahlung. Wobei selbst
diese geringe Menge Göttlicher Strafe ein Lebewesen unserer Art in wenigen Fühlerdrehungen
zu Tode bringen würde. Der andere Punkt gab uns..."
Wieder zögerte er kurz und blickte zum Schirm. Dort hatte sich das Höhenwachstum des Gebildes
in ein Breitenwachstum mit gleich bedrohlicher Konstanz gewandelt.
"...gab uns Rätsel auf. Die Lagerstätte war nicht groß, aber ziemlich gleichmäßig verteilt.
Am Rande jedoch war eine winzig kleine, doch sehr stark strahlende Stelle. Merkwürdigerweise
hat sich in der kurzen Zeit unseres Hierseins die Intensität dieser Strahlung zweimal geändert.
Auch dieser Punkt ist nun verschwunden. Und was die Optik noch nicht zeigen kann, ebenfalls
die ganze Insel. Was das für tektonische Ereignisse zeigt und für den Planeten noch bringen
wird, brauche ich hier nicht erläutern."
Sehr viel Überwindung hatte den Sensoriker dieser Vortrag gekostet. Allein das Sprechen über
diese große Menge Göttlichen Todes zehrte an seinen Kräften. Er war daher froh, als die
Kommandantin sich Anderen zuwandte.
"Was sagt die Erkundung?"
"Die Vorbereitung zur Landung war vor dem ...Ereignis... zur Hälfte abgeschlossen. Dennoch
würden wir noch soviel Zeit benötigen, daß die Ereignishalbkugel dann weitestgehend vom strahlenden
Staub abgeschattet wäre. Er breitet sich sehr schnell in den oberen Atmosphäreschichten aus,
zumal aus dem tiefen Riß in der Planetenrinde immernoch nachgeliefert wird. In die uns jetzt
interessierenden Gegenden könnten wir ohnehin nicht. Unsere Schildfelder würden halten, aber
unsere Energie so schnell fressen, daß ein Anfangen nicht lohnt.
Der Aufbau unserer Landerlabors in der noch freien Hälfte würde soviel Zeit benötigen, daß
beim Forschungsbeginn der Staub zusammen mit der Göttlichen Strafe auch hier so nahe wäre,
daß der Beginn einer soliden Bioforschung sinnlos wäre. Wir raten von einer Landung ab."
"Biologie?"
"Auch wenn der Erkundung eine Einschätzung unseres Forschungspotentials nicht zusteht, können
wir nicht umhin, sie diesmal zu bestätigen. Basierend auf unseren Erfahrungen ist allerdings
schon jetzt abzusehen, daß sich die Lebewesen und Pflanzen des Planeten wie üblich mittels
ihrer sicher vorhandenen Anpassungsmechanismen den planetenweiten Veränderungen anpassen
müssen und werden. Besonders diese ungewöhnlich großen Tiere sollten aufgrund ihrer Körpermasse
mit der wahrscheinlich eintretenden Abkühlung keine Probleme haben, zumal sie nicht ewig dauern
kann. Zwar wäre eine Präzisierung des momentanen Zustandes für spätere Vergleiche nützlich,
aber unsere Sensoren haben eigentlich genügend genaue Daten gesammelt. Eine spätere Expedition
zu diesem Planeten würde dann einigermaßen fixierte, das Speichern lohnende Ergebnisse
bringen."
"Planetologie?"
"Die Art der tektonischen Ereignisse dürfte keine Abweichungen zu schon auf anderen Planeten
gesehenen bringen. Die große Insel wird wiedererstehen, allerdings geologisch sehr labil
bleiben. Eine Initialisierung umfangreicher, aber nicht ungewöhnlicher Plattenverschiebungen
findet statt. Da der innere Mond sehr klein ist, wird seine Umlaufbahn durch die damit
verbundenen leichten Gravitationsschwankungen beeinflußt werden. In welchem Maße, kann
aufgrund der gespeicherten Daten bei Interesse gelegentlich berechnet werden. Aufgrund der
Analyse des mit Sonden eingebrachten Staubes wird dringend geraten, eine sehr lange Zeit bis
zu einem erneuten Besuch vergehen zu lassen.
Es gibt ohnehin wesentlich interessantere Planeten."
▲TOP
Special effects
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Soooo - das sieht doch schon ganz ordentlich aus. Diese historischen
Sachen sind garnichtmal so leicht hinzukriegen. Nicht leichter als dieser
utopische Krempel. Und wo es noch nicht mal eigentlich historisch ist.
Die Frau Shelley würde sich sowieso im Grabe...
Na ja, schaun wir mal...
Also, da hätten wir eine wunderhübsche Schalttafel. Ich bin stolz auf
mich! Diese tollen Instrumente ranorganisiert, wo mich der Fundus ja nun
herzlichst in Stich gelassen hat. Da läßt sich doch auf dem letzten Klappsitz
noch was ablesen. Bei Volt und Ampere ist Watt nicht schwer. O Gott, diese
alten Eselsbrücken wird man wohl nie los. Herrlich verkeimte
Hochspannungsisolatoren sind auch vorhanden. Fette Drähte dazwischen,
alles bestens. Funkenstrecken, wo's dann funkt und knallt. Und zwar
heftig. Was sonst. Lieschen Müller muß vor Schreck das Popkorn aus der
Hand fliegen. Dem Davorsitzer in den Kragen. So möcht man das.
Da haben wir dann noch den Giftküchenteil. Schöne Glaskolben, schöne
bunte Mixturen, schöne Flämmchen, schönes Blei heißes Blei.
Na gut, Letzteres nicht. Aber
so viel kochender blubbernder Schwachsinn muß einfach beeindrucken. Geht
auch nahtlos in den elektrischen Teil über. Und mittendrin das Brett, das
die Welt bedeutet. Mal etwas lax ausgedrückt. Die Riemen zum Festschnallen
hab ich dran? Ja, ist ok. Die Hauptfunkenstrecke genau drüber - jawoll.
Na dann komm her mein Freund. Du darfst dich jetzt da ausruhen, während
ich hier noch rumrennen muß. Meine Güte, hat die Kleine im Klamottenladen
bedeppert geguckt, als ich nach der häßlichsten Schaufensterpuppe gefragt
habe, die sie haben. "Sowas verwenden wir hier nicht" hat sie mit ganz
spitzem Mund gezirpt. So spitz, daß man glatt beim Küssen abgerutscht
wär, wenn man denn hätte wollen gedurft oder so. Als ich dann meinen
Wunsch auf "unbefriedigend" reduziert hatte, fand sich glück-licherweise
ja noch dieser Typ hier. Zweimal geklebt, sorgfältig allerdings. Eine
abgeplatzte Stelle am Hinterkopf, Gehirnerschütterung hoffentlich
ausgeheilt. Du verstehst doch Spaß, Kumpel?
So, nun nicht rumgezickt, leg dich her. Nanu, da quietscht und piepst ja was im Kopf!
Hab doch da garnichts gedreht. Na egal, hauptsache die Arme und Beine
lassen sich strecken. Das Laken hier noch drüber. Wegen den alten Damen
und den Schulkindern vermutlich. Schwachsinn hochdosiert ist
ok, aber züchtig bitte.
Schaun wir mal, ob mit der Hochspannung alles ok ist. Das tät mir aber
auch fehlen, wenn ich wie früher der alte Zausel auf den nächsten Blitz
warten müßte! Nee, da hab ich was Besseres. Dank Teslatransformator,
gemischt mit modern-ster Technik. Ich könnte stundenlang eine halbe
Million Volt draufgeben. Darf ich später leider nicht mehr, wenn der
Vorhang oben ist. Nur immer zehn Sekunden. Schade.
Nachher nicht vergessen, das Abnahmeprotokoll fertigzumachen. Aber jetzt
werd ich zur Probe mal so richtig lange brutzeln. Ist ja keiner hier.
Ha, das wird schön! Grillparty! Paar Brandflecke sollen ohnehin noch
drauf. Und zack, den Schalter an...
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Im Keller
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Oh ja, er mußte sich schon vorsehen. Das kleine Häppchen Dämon, das er war,
galt nicht viel hier im Reich des toten Lichts. So schlich er denn entlang
der magischen Linien, doch immer ein wenig daneben. Das kostete Kraft und
Zeit. Brachte aber den Vorteil, mit einem Zauber geringer Qualität schnell
aus dem Weg zu verschwinden, wenn die Verbieger oder Zeitwürger
vorbeidonnerten. Und große Magie hatte er sowieso nicht zur Verfügung.
Aber er war zäh. Verfolgte also seinen Weg. Denn er wußte, da hinter dem
Tor konnte er eine Zeitlang saugen an der Energie der Fleischtrottel.
Wenn's auch nicht ergiebig war. Aber von denen gabs ja so viele.
Doch hoppla, aufgepaßt! Fast wär es passiert und so kurz vor dem Tor! Ein
Verbieger! Fäden aus Zeit und Raum umgaben den. Eine grauenhafte Ansammlung
von Knoten, die sich lösten und verbanden und das in einem fort. Ein
Wirrfeld um sich bildend, das anzog und verzog und verbog, was in die
Nähe kam. Fast auch ihn, den unachtsamen Kleinen. Kurz dachte er, gerade
erst aufgebrochen zu sein, dann wieder meinte er, gesättigt zurückzukommen.
Auch noch andere Varianten der Wahrheit, alle gleichwertig zu gleicher
Zeit. Jedoch er fing sich, strebte wieder dem Tor zu, noch aufmerksamer jetzt.
Und ohne Groll auf den Verbieger, denn dessen Wirken war ihm Vorteil.
Ei, der Spaß, wenn Millionen der Dortigen glaubten, sie glauben das
Richtige. Und waren doch nur Spielgerät ihrer Oberen, die sich die Hilfe
dieser Verbieger gesichert hatten. Wenn er erst durchs Tor war, würde er
auch davon profitieren von der Verwirrtheit der Fleischigen. Durfte sich
nur nicht zerwirbeln lassen so nebenbei durch eigene Unachtsamkeit. Wie
eben fast. Ach wenn er doch kräftiger geworden wäre, damals, als er aus dem heißen
Schlund gezerrt wurde! Aber das nahm er sich vor : Wieder ein wenig mehr
als letztlich würde er saugen an der Lebenskraft der Festweichen. Das
würde ihm hier nützen. Eines Tages dann....
Und da nun das Tor! Jetzt den richtigen Moment abgepaßt! Einfach so durch -
das ging nicht. Diese Bögen aus einer Ur-Energie, die keinem der Höllengeborenen
gehorchte, die nur gerade eben den Durchgang der Starken duldete, die der
Tücke fähig war wie alle und Alles hier, sie fraßen kleine Dämonen im
Nebenbei. Doch nicht ihn, bis jetzt. Damals, als er von Anderen aufschnappte,
wo es was zu holen gab, hatte er erst beobachtet, wie es zu machen sei.
Hatte viele Kleine seiner Art viele Fehler machen sehn. Jeder nur einen,
versteht sich. Ihm zum Nutzen. Er wußte nun : Wenn sich, was häufig genug
vorkam, fünf Zeitwürger zugleich durchs Tor drängelten, dann hatte das
mit sich selbst und den Würgern genug zu tun. Und er konnte an einer
Kante vorbei und durchwitschen. Wo er herauskam - unbestimmt. Ihm auch
egal.
Immerhin, es war jedesmal irgendwo unterirdisch. Tiefgarage, Kartoffelkeller,
Banktresor, er hatte schon viel gesehen. Und ein Fleischiger tauchte nach
kurzer Wartezeit immer auf. Daran hatte er dann einen Mondlauf sein
Auskommen. Man mußte dem nur ein paar Fähigkeiten nehmen, ein paar
Andere geben. Schon nach der halben Zeit hatte er den meist soweit
geformt, daß er kräftig liefern konnte an dämonischer Energie. So schwebte
der Kleine denn diesmal wieder in einem Keller. Einem von der etwas
besseren Sorte allerdings. Nun gut.
Als dann dieses lächerliche Gebilde aufging, was sie hier als Tür
bezeichneten, war seine Zeit gekommen. Er zog sich auseinander, verteilte
sich, wurde durchsichtig. Was ihm nichts von seinen Fähigkeiten nahm.
Zum Beispiel zu lesen, was der Eintretende dachte. Oft schon gedacht
hatte, wie sich zeigte. Eigentlich immer irgendwie ähnlich den Anderen.
"Was mich das ankotzt! Jetzt wieder in der Kühltruhe wühlen. Sich um jeden
Quark selber kümmern müssen. Auf Arbeit. Zuhause. Im Urlaub. Bah! Ja, der
Bernhausen, der hat seine Leute, zuhause, überall. Unter anderem mich.
Und ich muß ihm das Chefdasein leicht machen. Gottverdammich. Muß sehn,
daß ich bald wen wegschubsen kann von einem guten Posten".
Das paßte ja prima! Gier zog den Schwebenden ein wenig zusammen, so daß
neblige Fäden durch den Keller zogen. Der Fleischige war indes so wütend,
daß er nur ärgerlich übers Gesicht wischte. Der Dämon konzentrierte sich
flink und begann seine Verwandlung. Da war ja diesmal nicht viel zu tun.
Das schwabblige Wesen war ja fast fertig, ihm gleich schon in Vielem.
Noch ein paar Scrupel nehmen, die Kenntnisse nutzen, Anpassung vervollkommnen.
Die kleinen Dinge des Lebens hier beachten. Jetzt also die Lasagne aus dem
Kühlfach, Säfte und Wein eingepackt und ab.
Diese Kellertreppe - ein Ärgernis jedesmal. Wieso eigentlich jedesmal?
Na egal. Was da alles jetzt so dranhing an ihm, das Gewicht, da war das einfach
mühsam. Das Essen - immer zuviel. Kein Wunder, daß man...und die Alte
dort oben, die behauptete, seine Frau zu sein, ist schuld. Wenn man die
auf elegante Weise loswerden könnte! Allein würde er viel besser
zurechtkommen. Das wußte er. Aber dazu brauchte man Geld. Also blieb nur
eins: Auf Arbeit mußte ein Zahn zulegt werden, möglichst auf Kosten der
Anderen. Was taten die denn schon für ihn? Und aus den Sachvorgängen
mußte mehr herausgerechnet werden. Unentbehrlich mußte man werden in
diesen Dingen. Also - ab morgen würde sich Einiges ändern. Andere würden
ihre Lebenskräfte für ihn nutzbar machen müssen. Wo sie die hersaugten -
ihm egal.
***
Am nächsten Morgen betrat Herr Theuerbein das Finanzamt mit einem
fröhlichen Pfeifen auf den Lippen. Den erstaunten Blick des Pförtners
beachtete er nicht. Er wußte, heute würde ein schöner Tag werden.
Erstmal einen Kaffee und die Zeitung, dann aber...
Leserbrief zur Parallelwelt
""""""""""""""""""""""""""""
Aus unserer Rubrik: Der ganz normale Leserbrief.
Hallo, Redaktions-Team!
Nun muß ich Euch doch einmal zu einem Thema schreiben, das mich schon lange
bewegt: Warum nämlich meldet sich nicht endlich mal jemand aus unserem
Paralleluniversum, wenn auch nur mit einem kleinen Gruß. Denn unser FanZine
gibt es da ja logischerweise auch. Nun, einer muß ja den Anfang machen.
Deshalb nachstehend ein paar Zeilen an das PUZ (Paralleluniversums-Zine). Bitte
seid so freundlich und übermittelt sie dorthin.
Vielen Dank,
Euer Willi Matte.
Hallo, Parallel - Fan's,
hier nun ein paar Zeilen von Euren "Nachbarn".
Ich hoffe, Euch geht's gut und Eure Szene ist auch so interessant
wie unsere. Und hoffentlich ist Euer Leben ein wenig angenehmer
als unseres hier zur Zeit. Es wird ja wohl nicht alles genauso wie bei
uns sein. Ganz bestimmt habt Ihr ein paar Tip's, wie man was
verbessern kann. Und natürlich sind wir auch immer interessiert an
Info's zu Eurer Szene und Euren Büchern. Ich finde überhaupt, wir
sollten öfter einmal Kontakt haben. Alsdann, viele Grüße von uns
allen hier,
Euer Willi
Anmerkung der Redaktion:
Sicher wird es dich freuen, lieber Willi, zu hören, daß inzwischen auch von
unserem PUZ eine Mitteilung eingetroffen ist. Wie man schon auf den ersten
Blick sieht, ist dort wirklich alles ein wenig anders. Ganz sicher können wir
auf viele nützliche Tips hoffen. Freuen wir uns also auf einen regen Gedan-
kenaustausch und viele interessante Neuigkeiten. Hier nun aber die
Mitteilung "von Nebenan":
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Der Tanz
Eine Vorlesegeschichte zum Fertigschreiben
"""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""
Nun sieh...
Doch sollst Du dies tun mit den Augen der Seele.
So laß Dir lesen, was hier geschrieben, auf daß Du die Augen schließen kannst und doch
SEHEN. Und laß es dich nicht verdrießen, sollte sich nicht gleich zeigen, was zu sehen da
wäre. Werden doch gerade unsere Augen benutzt, uns die Fähigkeit zu nehmen, zu SEHEN. Doch
läßt sich meist Verlerntes wieder lernen.
Sieh denn also...
Sehr weit von hier...
Fast schon im Kern der Galaxis...
Nicht zu vergleichen mit unserem ruhigen Eckchen im All...
Ist da eine Insel des Lebens...
Ein kleiner Planet...
Künstlich geformt...
Doch Ziel des Besuchs bei Wesen, die nah uns im Geiste. Uns liebgeworden durch kleine
Eigenheiten, die zu vermuten wir nie gewagt. Lasen wir doch in Büchern, die alles "beschrieben",
daß Wesen, die weit uns voraus an Wissen, schnörkellos wären wie ein Kristall. Erkennen uns
nun aber wieder in ihnen, so Hoffnung gewinnend im nicht Erwarteten. Hoffnung nämlich, nicht
farblos zu werden, wie man uns prophezeit. Nehmen wir Platz unter ihnen, nicht in einer Halle,
gefüllt mit erdrückender Technik, vielmehr in einem Tempel der reinen Kunst.
Sind ein wenig zu spät gekommen, doch ist wohl noch Zeit, zu erhaschen dieses und jenes
Gespräch, währenddessen unsere Augen Details bewundern und verbinden zu immer neuen . . . . .
( 1. Schreibspielwiese )
". . . . . freilich ist da noch Nebel, mein Freund. Gehört aber zum Spiel und ist somit in
Ordnung. Sind doch auch die Strukturwächter hochorganisierte Maschinen und haben darob Lust
am Effekt wie wir. Kennst es ja auch von Deinem fernen Planeten, daß künstlerische Geister
gern vernebeln, um dann zu zeigen, wie sie aus hoffnungslosem Grau ein Bild erschaffen können
vom bunten Vogel Ni Ada Anur. Und besser natürlich, als unsereins es je vermöchte. Solch
Vermögen aber ist leider unabdingbar in diesem Areal des Alls. Müssen die Wächter doch, sieh
es im Gleichnis, nicht nur den Vogel erschaffen, sondern ihn festigen wie Dileniumkristall
und dennoch ein hinreichend Maß an Anmut und Beweglichkeit erhalten. Derartiges aber, in
Wirklichkeit, ist nötig tagein, tagaus, zu zähmen das wilde Wesen Gravitation. Haben hier
doch noch ein paar tausend Jahre zu tun, wie Du es wohl rechnen würdest. Werden uns dann
allerdings geziemend zurückziehen und wieder wachsen und gedeihen lassen, was hier angesiedelt
an Kräften und Sonnen und was wir störten mit K4- und K8-Feldern.
So will es der Brauch. . . . . . "
( 2. Schreibspielwiese )
". . . . . Nun aber scheint die Zeit gekommen, das Spiel zu beginnen. Das Funkeln hoch über
der spiegelnden Fläche jedoch, verstärkend sich jetzt ein wenig, ist nur ein Nebeneffekt.
Müssen die Wächter doch, da sie sich auch hier aktivieren, uns zu vergnügen, geschirmt sein
von ihren pflichtgemäß diensttuenden Brüdern draußen im All. Sieh nun dort unten den alten
Gu Itin in seiner Sphäre. Wie es so festgelegt seit ersten Tagen, wird er als Kraftfeldmeister
sorgen für das Nötige.
Ist, nebenbei, einer der Wenigen, dem die Ni Ada Anur von sich aus anbieten, auf ihnen zu
fliegen, wann immer er mag oder muß. Kennst ja inzwischen ein wenig unsere gefiederten
Freunde. Lassen sich gern bitten, wenn Zeit dazu und oft vergebens dann. Sind aber zur Stelle,
wenn's irgendwo beschleunigt oxydiert, wie Du wohl sagen würdest.
Dort links kommt, spät wie immer, der gewichtige Ta Etenem. Sein Gravitor wird als das
bedauernswerteste Gerät des Alls eingestuft. Ob ihm die Ni's wohl auch die Ehre freier
Flüge erweisen würden, so er die gleichen Verdienste hätte wie Gu Itin, frag ich mich eben.
Laß sehen, wie weit der Letztgenannte nun sein mag. Denn hüllt er die Sphäre in körniges
Licht, beginnt der TANZ DER WÄCHTER . . . . ."
( 3. Schreibspielwiese )
( Ende )